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Seit 1654 der Herzog Christian Ludwig von Celle, das Schießen nach dem Vogel auf der Stange
abgeschafft hat und ein nach strengen militärischen Regeln abzuhaltendendes Schießen auf
die Scheibe eingeführt hat, ist der Montag nach Johanni (24.Juni.) der wichtigste Tag des
Nienburger Scheibenschießens.
Gemäß der alten Traditionen versammeln sich um acht Uhr morgens die Männer der
Stadt am Rathaus, um ihre Wehrhaftigkeit unter Beweis zu stellen. Emanuel-Quaet-Faslem war es der
dem Ausmarschierer den schwarzen Anzug verordnete. Dazu wird ein weißes Hemd mit weißer
Fliege getragen und natürlich schwarze Schuhe und schwarze Socken. Als Kopfbedeckung ist der
schwarze Zylinder Pflicht. Nicht zu vergessen ist auch das weiße Taschentuch, unscheinbar aber
ebenso nützlich. Unverzichtbar sind auch die Rosen und das Eichenlaub, anzubringen links am
Zylinder, sowie links am Revers und natürlich auch am Gewehr, welches selbstverständlich
aus Holz ist.
Diese Anzugsordnung wird morgens auf dem Scheibenplatz vom Corporal kontrolliert und bei
mangelhafter Ausführung mit einer Geldstrafe in die Gemeinschaftskasse belegt. Genauso
ordentlich gekleidet wie am Morgen hat der Ausmaschierer auch am Abend auszusehen, wenn es wieder
zurück zum Rathaus geht. Allerdings haben sich im Laufe der Jahre karnevalistische Züge
eingeschlichen die den Einmarsch zu einem ziemlich bunten Spektakel werden lassen.
Was den einen eine riesen Freude ist, beschert den anderen einen tiefen Griff in die Tasche. Denn
am Mittwoch ist Gerichtssitzung und da geht es den Corprälen an den Kragen. Denn wenn es ihre
Corporalschaft zu bunt getrieben hat, können da schon mal ein paar Dutzend Flaschen Wein als
Strafmaß bei herrausspringen.
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